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        Eigentlich habe ich mir vorgenommen nie einen einen Beitrag über „die schönsten Hochzeitsfotos“ oder „die besten Hochzeitsfotos“ zu schreiben. Irgendwie scheint das heutzutage jeder zu machen und ich wollte diesem Trend nicht folgen. Aber wie so oft ändern sich die Zeiten und somit auch meine Einstellung zu gewissen Dingen. Allerdings möchte ich mit diesem Beitrag nicht einfach die schönsten Hochzeitsfotos aneinanderreihen. Ich möchte einige meiner Favoriten vorstellen und auch ein paar Worte darüber verlieren. Warum gefällt mir ein Bild und was macht es für mich persönlich zu einem guten Hochzeitsbild. Und wenn wir schon dabei sind – was ist überhaupt ein schönes Hochzeitsbild? Ist das nicht sowieso immer subjektiv und liegt im Auge des Betrachters?

         

        Die Hochzeitsvorbereitung bzw. das „Getting Ready“

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        Bei diesem Bild einer Hochzeitsvorbereitung gefällt mir der schichtweise Aufbau. Im Hintergrund die Braut in ihrem Elternhaus, die gerade die perfekte Frisur und das passende  Make-up verpasst bekommt. Im Vordergrund die beste Freundin, die offensichtlich mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist. Oder verschickt sie ganz einfach gerade einen Schnappschuss der Braut auf WhatsApp? Wie auch immer, das Bild lebt – nicht zuletzt dank eines von mir extern ausgelösten Blitzes im Hintergrund.

         

        Der Tortenanschnitt bei der Hochzeit

        Der Tortenanschnitt bei der Hochzeit-tortenanschnitt

        Zugegeben, ein stinknormales Foto über den Anschnitt der Hochzeitstorte, das vermutlich nicht in die Kategorie „die schönsten Hochzeitsfotos“ gehört. Mit diesem Bild will ich allerdings bewusst machen, dass noch immer viel zu viele „in-die-Kamera-Grins-Fotos“ von dieser speziellen Situation herumgeistern. Warum muss das Messer, Schwert, Säbel oder was auch immer gezückt werden und dabei fett in die Kamera gestrahlt werden? Und warum muss immer die Braut die Hand oben haben? Jaja ich weiß schon, das hat mit der Hose und der Beziehung zu tun (oder so ähnlich) und wer dann das Sagen in der Ehe hat… Macht euch doch einen Spaß draus, macht mal was anderes!

         

        Kreative Hochzeitsfotos

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        In nahezu jedem Fotografie-Einsteigerkurs  lernt man heutzutage, wann die beste Tageszeit für schöne Fotos ist. Und zwar dann, wenn die Sonne sehr tief steht. Doch genau das ist bei jeder Hochzeit die Schwierigkeit. Denn entweder schläft das Brautpaar um diese Uhrzeit noch, oder es sitzt bereits beim Abendessen. Da ist guter Rat teuer. Da ich als Hochzeitsfotograf auf jeder Hochzeit versuche das ein oder andere kreative Foto zu machen, behelfe ich mir eines einfachen Tricks. Oft bitte ich mein Hochzeitspaar zu späterer Stunde (z.B. nach der Suppe) für einen Augenblick nach draußen, um noch „das eine letzte Paarfoto“ zu machen. Meist habe ich vor dieser Situation die notwendige Zeit, für eine ausgefallene Stimmung zu sorgen. Wie in diesem Fall – schnell war die Feuerschale im Vordergrund an die richtige Position verschoben und ein externer Blitz hinters Brautpaar gestellt. Vielleicht gelingt ja genau in diesem Moment das Bild, das später einmal die Wohnzimmerwand schmückt!

         

        Ausgefallene Perspektiven

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        Von vorne fotografieren kann ja jeder! Wundert euch nicht, wenn ich als euer Hochzeitsfotograf plötzlich vor euch auf die Knie falle – oder noch schlimmer – mich vor euch hinlege. Ich mache das, um meine Hochzeitsfotos aus verschiedenen, teils ungewohnten Perspektiven zu zeigen. Das stellt eine Art dar, um von langweiligen und biederen Hochzeitsfotos ein wenig wegzukommen. Auch wenn dadurch vielleicht nicht typischerweise „die schönsten Hochzeitsfotos“ entstehen, eine fotografische Hochzeitsreportage wird dadurch auf jeden Fall enorm aufgepeppt.

         

        Spontane Hochzeitsfotos

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        Puhhh bei diesem Foto kam ich ganz schön ins Schwitzen. Besser gesagt knapp davor. Folgendes Szenario: kurz vor Mitternacht entschließt sich die Braut ihren Brautstrauß zu werfen. Soweit so gut. Allerdings war es bei dieser Hochzeit im Schloss Leonstain so, dass es zu dieser Uhrzeit bereits stockfinster und das vorhandene Umgebungslicht so gut wie nicht vorhanden war. Normalerweise bin ich auf solche Fälle stets vorbereitet. Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings bereits mit dem Zusammenpacken meiner Sachen beschäftigt und für diese schwierige Lichtsituation nicht wirklich gewappnet. Doch irgendwie gelang es mir, schnell zwei Blitze auf Stativen (einer links, einer rechts) aufzustellen und das Bild im letzten Moment einzufangen. Zeit um die richtige Lichtstärke einzustellen war zwar nicht, doch irgendwie schien es zufällig zu passen. Manchmal gehört Glück wohl einfach dazu. Definitiv eines meiner persönlichen Highlight-Bilder aus 2019.

        Fortsetzung folgt…